Soeben ist eine neue Ausgabe der Zeitschrift Soziale Passagen erschienen. Für diese Ausgabe wurde ein Manuskript von mir angenommen, das die Entwicklungspfade der Gewalttätigkeit männlicher Jugendlicher aus anerkennungstheoretischer Perspektive untersucht.
Zusammenfassung: Der Beitrag geht der Frage nach, inwieweit Jugendgewalt als produktive Verarbeitung der Missachtung von Anerkennungsbedürfnissen und -ansprüchen in den Sozialisationskontexten Familie, Gleichaltrigengruppe und Schule verstanden werden kann. Dabei wird zwischen zwei Entwicklungspfaden der Gewalttätigkeit männlicher Jugendlicher als besonderen Verarbeitungsmustern spezifischer Missachtungserfahrungen differenziert. Es wird gezeigt, dass die Gewalthandlungen defensiv orientierter Gewalttäter in Zusammenhang mit Gewalt- und Missachtungserfahrungen in der Gruppe der Gleichaltrigen stehen, während die Gewalthandlungen offensiv orientierter Gewalttäter in familiären Gewalt- und Missachtungserfahrungen gründen. Der empirisch fundierten Typenentwicklung liegen Interviews mit 21 männlichen, gewalttätigen Jugendlichen zugrunde.